Vollständige Artikel kooperierender Medienverlage

Das Internet, und damit auch mobile Endgeräte dienen zunehmend als Informationsquelle. 19 % der Deutschen gaben bei einer Umfrage an, sich hauptsächlich Online, also auch über Social Media Kanäle, zu aktuellen Geschehnissen zu informieren. Im Vergleich dazu liegen Printmedien als Hauptnachrichtenquelle bei gerade mal 11 %.

Facebook gibt an, dass User auf der Plattform und insbesondere über die Facebook-App eine Menge Artikel teilen. Mit der Einführung von Instant Articles gibt Facebook Publishern die Möglichkeit, interaktive Artikel in vollem Umfang auf der Plattform zu veröffentlichen.

Vollständige Artikel kooperierender Medienverlage

Vollständige Artikel kooperierender Medienverlage direkt in der Facebook App lesen (Quelle: http://instantarticles.fb.com/)

 

Verlage bekommen nun also die Möglichkeit, statt bisher lediglich kurze Teaser mit Verlinkung auf die eigenen Seiten zum Artikel posten zu können, nun den vollständigen Artikel über die Facebook-App zugänglich zu machen. Eine deutlich schnellere Ladezeit als jene von Standard Web-Artikeln soll das Leseerlebnis verbessern. Neben der optimierten Geschwindigkeit bietet Instant Articles eine Reihe von interaktiven Features, die den Artikeln eine gewisse Lebendigkeit verleihen sollen. Diese Features ermöglichen beispielsweise das automatisierte Abspielen von Videos beim Durchscrollen des Artikels, Likes und Shares einzelner Artikel-Elemente oder die Einbindung interaktiver Maps.

Auto-Play Videos innerhalb der Instant Articles

Auto-Play Videos innerhalb der Instant Articles. (Quelle: http://instantarticles.fb.com/)

 

Mit Instant Articles sollen Publisher mehr Kontrolle über ihre Stories erhalten. Desweiteren bekommen sie Möglichkeiten zur Monetarisierung an die Hand: Anzeigeflächen können im Artikel an dritte veräußert werden, ohne dass Facebook an den daraus erzielten Umsätzen beteiligt werden müsste. Publisher können sogar wählen, ob sie freie Kapazitäten über Facebook’s Audience Network vermitteln wollen. Tools zur Analyse, dem Tracking und der Datenaufbereitung werden Verlagen zur Verfügung gestellt.

Der Einsatz von Instant Articles bedeutet aber faktisch, dass die Verlage mit der vollständigen Veröffentlichung eines Beitrages in der Facebook-App den Leser nicht mehr auf ihre eigene Webseite locken können wie bisher. Stattdessen bekommt der interessierte User innerhalb Facebooks den Verlags-Content in vollem Umfang geliefert. Eingangs benannte Performance-Optimierungen führen zu einer positiveren Erfahrung auf Seiten des Lesers. Die Publisher hingegen liefern der Plattform kostenlosen Content, der die User bestenfalls länger auf der Sozialen Plattform verbleiben lässt. Soweit ein Win-Win zu Gunsten der Nutzer und Facebooks. Andererseits deutet die durchschnittliche Anzahl täglich aktiver Mobile-Nutzer von weltweit 798 Millionen im März 2015 auf die Reichweite, die Publisher mit der Nutzung von Instant Articles  zusätzlich realisieren könnten. Ob die Werbeeinnahmen über die App Werbeverluste auf der Webseite durch möglicherweise ausbleibenden Traffic ausgleichen oder übertreffen, bleibt kritisch zu kalkulieren.

Initial ist Instant Articles nur für iPhones verfügbar, eine Erweiterung für Android und Desktop ist ausstehend.

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  1. […] für Facebook eine Art Schritt in Richtung Publishing Plattform ist, könnte für viele Unternehmen ein Schritt Richtung Corporate Blogging sein, dessen Vorzüge […]

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