Instagram gehört seit einigen Jahren zu den lebendigsten sozialen Netzwerken und hat kürzlich die Marke von 300 Mio. Benutzern weltweit durchbrochen. Langsam aber sicher ist es mit seinen etwa 4 Mio. Nutzen auch in Deutschland etablierter als etwa Twitter oder Google+. Allerhöchste Zeit für Marketer, sich mit dem Netzwerk auseinanderzusetzen.

Branding vs. Performance

Instagram lässt sich besonders gut für Branding-Kampagnen nutzen: Video-Anzeigen sollen zwar noch im ersten Halbjahr 2015 auch für deutsche Advertiser starten, doch insgesamt lässt Instagram es hier langsam angehen, denn die Möglichkeit, Anzeigen zu schalten, ist noch nicht für alle verfügbar – das erschwert Performance-Marketing. Außerdem wird Instagram fast ausschließlich mobil genutzt – das liegt auch in der Natur des Netzwerks. Der Umsatz wird im E-Commerce aber zum allergrößten Teil – nämlich zu über 80% – noch am PC oder Laptop gemacht. Es werden also nur in geringem Maße Nutzer direkt von Instagram kommen und im Shop konvertieren, mit Display- oder Facebook-Ads kann Instagram in diesem Kontext nicht gut mithalten.

Durch eine gut entwickelte, individuelle Bildsprache kann man sich aber viele Fans erarbeiten und diese immer wieder mit der eigenen Message erreichen. Instagram hat dabei Vorteile gegenüber Facebook: Besonders wichtig ist der ungefilterte Feed. Wenn Nutzer auf Facebook nicht regelmäßig mit den Beiträgen einer Marke interagieren, werden die zukünftigen Posts der Marke irgendwann nicht mehr im Newsfeed angezeigt – das passiert auf Instagram nicht. Außerdem ist die Interaktionsrate auf Instagram oft deutlich höher als auf Facebook (oder auch Twitter). Die Fans konvertieren also nicht unbedingt, aber sie liken und kommentieren. Hohe Sichtbarkeit und Interaktion – das klingt nach einem Paradies für Branding-Kampagnen!

Wie können Unternehmen Instagram nutzen?

Auf Instagram werden Fotos geteilt und auch bis zu 15-sekündige Videos veröffentlicht. Mit der App Hyperlapse können diese auch im Zeitraffer gedreht und auf Instagram oder Facebook gepostet werden. Wichtig ist es also, regelmäßig ansprechenden Content zu produzieren, der auf Instagram funktioniert. Im Vorteil sind eindeutig Marken, deren Produkte schön abzulichten sind. Doch neben ansprechenden Produktfotos sind Instagram-Fans oft auch an Einblicken in das Unternehmen interessiert: Bilder aus dem Arbeitsalltag der Mitarbeiter, von besonderen Veranstaltungen oder direkt aus der Produktion kommen ebenfalls gut an.

Der Instagram-Account von Mercedes.

Der Instagram-Account von Mercedes. Nutzer können über einen eigenen Hashtag interagieren. (Screenshot: instagram.com)

Die Verbreitung erfolgt dabei über die eigenen Follower und die Nutzung von Hashtags. Bei Letzteren ist auch für Unternehmen, die nicht auf Instagram aktiv sind, wichtig, ein gutes Monitoring zu betreiben, wie über sie im Netzwerk geredet wird, um bei Bedarf korrigierend (oder unterstützend) eingreifen zu können.

Was gibt es bei der Kommunikation zu beachten?

So einfach es ist, jemandem zu folgen, so einfach ist es auch, demjenigen wieder zu „entfolgen“, wenn die Bilder einfach nicht in den Newsfeed passen. Der ungefilterte Feed hat den Vorteil einer nahezu garantierten Reichweite unter den Fans, die gerade auf Instagram sind, wenn ein Bild gepostet wird. Gleichzeitig heißt das aber auch, dass jeder Post überzeugen muss – oder zumindest nicht negativ auffallen darf. Die Qualität der Bilder und Videos ist absolut zentral, um auf Instagram erfolgreich zu sein. Wichtig dabei: Die Fotos auf Instagram sind mit den inszenierten Bildern einer Webseite nicht zu verwechseln. Eine eigene, die Instagram-Zielgruppe ansprechende Ästhetik zu entwickeln und diese konsequent umzusetzen, ist die Herausforderung, die jede Marke auf Instagram meistern muss, um erfolgreich zu sein.

Instagram

Instagram: Essen und Getränke werden gerne abgelichtet und veröffentlicht.

Welche KPIs zählen auf Instagram?

Links, die aus dem Netzwerk hinausführen, können bei Bedarf in der Beschreibung eines Fotos gepostet werden – das ist aber nicht Zweck der Seite. Instagram ist ein Netzwerk, bei dem die Follower, Likes und Kommentare tatsächlich für die Auswertung der Instagram-Strategie hochrelevant sind.

Dabei kommen dennoch je nach Ziel des Engagements auf Instagram verschiedene KPIs für die Auswertung in Frage: Wer sein Profil erst aufbaut, für den ist das Wachstum der Abonnentenzahl besonders relevant. Wer eine Hashtagkampagne auf Instagram durchführt, für den ist die Gesamtzahl der Erwähnungen eine maßgebliche Messgröße zur Bestimmung des Erfolgs. Generell sollte eine Sentiment-Analyse, aus der hervorgeht, wie positiv oder negativ Erwähnungen der Marke sind, nicht fehlen – denn Masse ist nicht immer gleich Klasse.

Instagram: Top oder Flop?

Um zu entscheiden, ob Instagram eine wichtige Rolle in der Unternehmenskommunikation spielt, muss man die eigene Zielgruppe kennen: Ist sie auf einem Netzwerk vertreten, gehört eine Marke auch dorthin. Instagram ist inzwischen weit verbreitet: Bei der Zielgruppe der Unter-25-Jährigen ist es sogar das führende Netzwerk und liegt damit noch vor Facebook, bei den 25-44-Jährigen liegt es auf Platz 2. Für viele Marken sollte damit feststehen: Instagram lohnt sich.

Ihr seid euch nicht sicher, wie eure Marke Instagram am erfolgreichsten nutzen kann? Wir beraten euch gerne!

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