Ist Messaging das neue Social Media

Letzte Woche haben wir einen Blick auf die wichtigsten sozialen Netzwerke geworfen, doch ein wichtiger Trend wird dadurch noch gar nicht abgebildet: Messaging hat die Welt im Sturm erobert. Und gerade hier lohnt sich ein Blick über den europäisch-amerikanischen Tellerrand – besonders in Asien ist der Markt sehr weit entwickelt und die ein oder andere Innovation könnte auch zu uns hinüberschwappen.

Ist Messaging das neue Social Media

Ist Messaging das neue Social Media?

Facebook Messenger

Facebook Messenger ist als eigene App erst kürzlich erschienen – die Messaging-Funktion wurde ausgelagert, um das Nutzererlebnis beider Apps zu verbessern. Der Zwang zum Download einer weiteren App kam bei Nutzern nicht besonders gut an – die Bewertung mit eineinhalb von fünf Sternen im App Store macht das deutlich – Kritik an der App selbst ist aber kaum vertreten. Aktuell bietet Facebook noch keine Marketingoptionen für den Messenger an.

Snapchat

Selbstzerstörende Bilder – das ist das Markenzeichen von Snapchat. Nutzer der App können Bilder aufnehmen und dann entscheiden, wie lange der Empfänger sie sehen soll. Nach der eingestellten Zeitspanne werden die Bilder nach Auskunft des Unternehmens gelöscht, doch ganz verschwinden sie natürlich nicht (z. B. kann der Empfänger Screenshots aufnehmen). Snapchat hat schon gezeigt, dass es sich durchaus für die Umsetzung kreativer Kampagnen eignet – so hat der WWF mit der #lastselfie-Kampagne auf vom Aussterben bedrohte Tierarten aufmerksam gemacht.

Haben die Welt längst erobert: Mobile Messaging

Hat die Welt längst erobert: Mobile Messaging

WhatsApp

Nach Facebook ist WhatsApp aktuell die am weitesten verbreitete Messaging-App in Deutschland und für Marketer allein durch die Reichweite interessant. Gründer Jan Koum legt viel Wert auf die Werbefreiheit WhatsApps, allerdings wurde die App dieses Jahr für 19 Milliarden Dollar von Facebook übernommen. Welche Möglichkeiten sich dadurch langfristig für Marketer ergeben, ist noch nicht abzusehen.

Line

Der japanische Messenger hat inzwischen weit über 300 Mio. Nutzer und gehört damit zu den größten Messaging-Diensten. Dabei bietet Line neben der Chatfunktion auch Voice-over-IP-Anrufe. Für Marken bietet Line deutlich mehr als etwa WhatsApp – auf Line können offizielle Accounts angelegt und auch beworben werden. Auch das Branding von Stickern ist möglich.

WeChat

Mit über 450 Mio. Nutzern erreicht WeChat fast die Dimension von WhatsApp – bis jetzt kommt ein Großteil der Nutzer allerdings vom chinesischen Markt. Außerhalb des Heimatlandes hat WeChat allerdings auch schon über 100 Mio. Nutzer und zeigt damit Potenzial, über die Grenzen Chinas hinaus ein wichtiger Player im mobilen Messaging zu werden. Wie Line ist auch WeChat vergleichsweise stark auf die Einbindung von Unternehmen ausgerichtet – der Messenger kann beispielsweise gut für Promotions genutzt werden.

KakaoTalk

Der koreanische Messenger zählt etwa 150 Mio. Nutzer. Damit gehört Messenger zu den kleineren, für Marken gibt es aber einige interessante Angebote: Nutzer können Künstlern und Marken folgen und so Neuigkeiten erfahren – das bietet viel Potenzial für Promotions. Außerdem verfügt KakaoTalk über einen integrierten Gift Shop.

Kik Messenger

Kik zählt um die 185 Mio. Nutzer und unterscheidet sich von anderen hauptsächlich durch Möglichkeiten zum Einbauen von „Cards“ – in die App integrierten Web-Apps – die die Interaktion steigern und was das Teilen von Inhalten deutlich leichter macht. Dadurch erhöht sich natürlich auch das Marketingpotenzial. Die Möglichkeit, zu interagieren, ohne die Telefonnummer zu teilen, trägt ebenfalls dazu bei, dass Kik zu den Messengern mit Marketingpotenzial zählt, genauso wie die Nutzergruppe: hauptsächlich Jugendliche von 11 bis 15.

Skype

Wie WhatsApp oder Facebook dürfte Skype fast jedem bekannt sein – der kostenlose Dienst hat es geschafft, sich soweit zu etablieren, dass er inzwischen über 665 Mio. Nutzer hat und etwa ein Viertel der Internettelefonie über ihn läuft. Damit gehört Skype zu den größten Anbietern in diesem Bereich. Marketing ist möglich – z. B. können Anzeigen im Homefeed geschaltet werden.

Viber

Vom Konzept ähnlich wie Skype, unterscheidet sich Viber hauptsächlich durch die Tatsache, dass hier kein Account für die Nutzung notwendig ist – stattdessen wird die eigene Telefonnummer genutzt. Trotz der harten Konkurrenz durch Skype konnte Viber in seinen ersten Jahren auch über 300 Mio. Nutzer gewinnen und damit eine beachtliche Größe erreichen.

Wie sich der Messaging-Markt – ganz besonders im Verhältnis zu Social Media – entwickelt und welche Marketing-Möglichkeiten sich ergeben, muss sich gerade in Bezug auf Deutschland erst noch zeigen – doch der Blick nach Asien verdeutlicht das Potenzial!