Die Top 20 der sozialen Netzwerke in Deutschland hat Meedia kürzlich veröffentlicht und kürt Twitter, Instagram und reddit zu den größten Aufsteigern des Jahres. Interessante Lektüre – mit einem Wermutstropfen allerdings: Der mobile Traffic wurde in dieser Berechnung nicht miteinbezogen. Der Erste auf der Liste, Facebook, liegt zwar mit komfortablen 500 Mio. Visits Abstand vor dem zweitplatzierten Twitter, doch danach wird es enger. Deutlich wird auch, dass die deutschen Angebote wie MeinVZ & Co. in den letzten Zügen liegen – die Besuchszahlen haben im letzten Jahr noch einmal deutlich abgenommen. Doch anstatt uns mit den Netzwerken von gestern zu beschäftigen, betrachten wir lieber die, die nicht nur jetzt relevant sind, sondern uns auch in Zukunft begleiten werden:

Social Media Netzwerke (Facebook, Youtube, Google+, Twitter, Xing, uvm.

Social Media Netzwerke (Facebook, Youtube, Google+, Twitter, Xing, uvm.

Facebook

Es bedarf eigentlich keiner Erklärung mehr: Mit über einer Milliarde Mitgliedern ist Facebook das größte aller sozialen Netzwerke und die Zielgruppe ist entsprechend breit gefächert. Auf Facebook findet man fast jeden.

Twitter

Nicht mehr nur für News-Junkies: Twitter verbreitet sich auch in Deutschland langsam, aber sicher und belegt so Platz 2 der monatlich meistbesuchten Netzwerke. Medienaffine Zielgruppen sind hier jedoch noch immer stark vertreten.

Google+

Wer hier unterwegs ist? Nun, angemeldet sind alle, die Google-Dienste nutzen, für die man ein Google+-Konto braucht (wie z. B. YouTube). Dieser Zwang sorgt dafür, dass Google+ mit etwa einem Drittel monatlich aktiver Nutzer einen deutlich geringeren Anteil hat als Facebook – bei Meedia kommt es aber nach Facebook und Twitter immerhin auf Rang 3 der meistbesuchten Netzwerke. Aktivität findet auf Google+ vor allem im Rahmen der Communities statt: Das Netzwerk ist viel stärker auf Gruppen und Themen ausgerichtet als Facebook.

YouTube

YouTube ist eine der meistbesuchten Seiten im Internet, zusammen mit Facebook gehört YouTube also zu den Netzwerken mit der größten Reichweite. Das liegt u. a. daran, dass der Content der Seite auch für Nichtmitglieder zugänglich ist – ein Beitritt ist nur zum Posten von Videos und Kommentaren nötig. Videos gibt es dort zu praktisch allen Themen, sodass man hier für vieles eine Zielgruppe findet.

Instagram

Mit seinen Filtern ist Instagram berühmt geworden, inzwischen gehört das Netzwerk zu den etabliertesten und am stärksten wachsenden Netzwerken Deutschlands – international ist es mit über 200 Mio. Nutzern auch eines der führenden sozialen Netzwerke. Da sich viele Nutzer gerne mit Lifestyle-Themen beschäftigen, bietet Instagram ein wunderbares Umfeld für Marken, deren Produkte besonders „fotogen“ sind.

Vine

In letzter Zeit ist es stiller geworden um Vine, doch ein Mangel an Aktivität und Dynamik kann dem Netzwerk, in dem sich alles um sechssekündige Videos dreht, niemand vorwerfen: Immerhin werden täglich wohl über eine Millarde „Loops“ der unterhaltsamen bis skurrilen Videos abgespielt.

Xing

Im überwiegend in der DACH-Region verbreiteten Business-Netzwerk wollen die Nutzer vor allem eines: beruflich netzwerken und Interessantes rund um den Beruf erfahren. Funktionen und Ton im Netzwerk passen sich entsprechend an, ebenso wie die Inhalte.

LinkedIn

Die amerikanische Version von Xing. Der Unterschied zwischen beiden liegt hauptsächlich in der Größe und im Publikum: LinkedIn ist wesentlich größer und internationaler, während Xing in Deutschland noch verbreiteter ist. Bei der Auswahl sollte man sich also fragen, wo man seine beruflichen Kontakte findet.

Pinterest

Pinterest holt in Deutschland gerade mächtig auf. Auf der Online-Pinnwand werden von den Nutzer Bilder aller Art auf thematisch orientierten „Boards“ gesammelt – wobei Pinterest in letzter Zeit auch verstärkt als Lesezeichendienst genutzt wurde. Nutzer von Pinterest sind sehr konsumfreudig – das macht das Netzwerk attraktiv für Marketer.

Tumblr

tumblr ist offiziell ein Blogging-Netzwerk – doch durch die prominente Reblogging-Funktion, mit der Inhalte anderer Blogs ganz einfach auf dem eigenen Blog geteilt und kommentiert werden können, ist der soziale Charakter hier deutlich stärker ausgeprägt. Diese Interaktion führt dazu, dass Nutzer oft untereinander in Gruppen vernetzt sind, die sich auf bestimmte Themen konzentrieren – dabei kann es z. B. um ein Hobby gehen, um Serien, Filme, Bücher … den Möglichkeiten sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Foursquare

Kürzlich erst in zwei Apps – das ursprüngliche Foursquare sowie Swarm – aufgeteilt, geht es bei Foursquare um das Bewerten, Empfehlen und Teilen von Restaurants, Bars, und anderen Orten und Geschäften. Durch Check-ins und den Wettbewerb mit Freunden wird Gamification gelebt, gleichzeitig kann man sich Anregungen für die nächste Pause oder den nächsten Ausflug holen. Besonders interessant ist Foursquare daher für alle ortsgebundenen Unternehmen.

Vimeo

Das kleinere YouTube? Im Prinzip funktioniert Vimeo ähnlich wie YouTube – nach eigenem Verständnis unterscheidet sich Vimeo hauptsächlich durch den eigenen kreativen Anspruch vom großen Mitbewerber. Für 159€ im Jahr können sich auch Unternehmen einen Account zulegen. 

Flickr

Bei Flickr dreht sich alles um Fotos – diese werden hier in hoher Qualität und vom Nutzer zusammengestellten Fotoalben veröffentlicht. Nutzerprofile, Kommentare und Gruppen sorgen für den sozialen Layer – ganz besonders interessant ist Flickr aber auch aufgrund der Creative-Commons-Lizenzen. Aufgrund der hochwertigen Community kann man hier mit ein bisschen Glück also das Bild finden, das man gesucht hat – und darf es, wenn die Lizenzbedingungen passen, sogar nutzen.

Reddit

Reddit ist ein „Social News Aggregator“ und unterscheidet sich damit etwas von anderen sozialen Netzwerken. News sind der Kern der Seite und die werden in unzähligen Subreddits (vergleichbar mit Unterforen) diskutiert. Dabei gibt es Subreddits zu allem möglichen – von „World politics“ über „Bundesliga“ und „Mildly interesting“ bis zu „Oldschoolcool“. Durch die Up- oder Downvotes werden die einzelnen Themen nach oben oder unten im jeweiligen Subreddit verschoben. Marketing auf Reddit gilt als extrem schwierig und ist nicht gern gesehen – nur exzellentes Content Marketing hat überhaupt eine Chance.

Yelp

Bei Yelp handelt es sich um eine Community, die von Restaurants über Geschäfte bis hin zu Dienstleistern – wie Kosmetikern oder Schwimmbädern – alles bewertet und in ausführlichen Reviews Vor- und Nachteile der bewerteten Läden auflistet. Durch Nutzerprofile und andere Features entsteht das soziale Umfeld des Netzwerks. Wie Foursquare auch ist Yelp besonders für alle interessant, über die dort sowieso schon geredet wird.

DeviantART

DeviantART ist eine Community für Künstler, die hier von Fotografien über Zeichnungen bis hin zu selbstdesignten Kostümen oder Web-Interfaces alles zeigen und die Werke anderer natürlich auch kommentieren können. Zusätzlich zur Community bietet DeviantART jedoch auch einen Shop an – das unterscheidet das Netzwerk wohl am stärksten von anderen und macht es gleichzeitig für Künstler sehr attraktiv. Über den Shop können die eingestellten Bilder nämlich gleich verkauft werden.

Ello

Das Netzwerk ist noch sehr jung und wirbt mit wesentlich besseren Datenschutz- und Kontrolleinstellungen, als man das aus anderen Netzwerken gewohnt ist. Da Facebook und Google aktuell aus datenschutzrechtlichen Gründen umstritten sind, bekam ello beim Start große Aufmerksamkeit. Die erste Benutzergruppe werden entsprechend Leute sein, die großen Wert auf die Sicherheit ihrer Daten legen. Berichten zufolge ist auf ello allerdings nicht besonders viel los: Scheinbar hat nur eine Minderheit der neuen Benutzer auch nur einmal gepostet. Wie erfolgreich ello also wird, steht noch in den Sternen.

Ello: Noch muss man sich erst  um eine Einladung kümmern, bevor  man hereinkommt.

Ello: Noch muss man sich erst um eine Einladung kümmern, bevor man sich anmelden kann (Screenshot: Ello).

Slideshare

Auf Slideshare dreht sich, wie der Name schon sagt, alles um Slides: Hier werden Präsentation aller Art eingestellt, wobei business- und berufsorientierte Themen leicht überwiegen – vermutlich wegen des professionellen Nutzens wurde Slideshare auch 2012 von LinkedIn übernommen. Präsentationen können geherzt, heruntergeladen und natürlich auch geteilt werden. Insgesamt erreicht das Netzwerk eigenen Angaben zufolge über 60 Mio. Besucher und mehr als 215 Mio. Seitenaufrufe im Monat – mit einer hilfreichen, gelungen Präsentation lässt sich hier also besonders im B2B-Bereich Content Marketing umsetzen.

Medium

Medium lässt sich am besten als Blogging-Plattform einordnen – doch statt der einzelnen Blogs stehen hier die einzelnen Beiträge im Mittelpunkt. Die eigenen Artikel werden im Nutzerprofil gelistet, genau wie Beiträge anderer, die man selbst empfiehlt. Außerdem kann man, wie bei Twitter (von deren Gründern Medium stammt), anderen Nutzern folgen. Durch diese Organisation stehen Themen im Mittelpunkt des Netzwerks, nicht einzelne Autoren: Wer nach „Social Media“ sucht, findet z. B. Listen zu vielen Social-Media-relevanten Themen wie Trends, Community Management oder B2B-Marketing.

Collections auf Medium zum Thema Social Media. (Screenshot: Medium)

Collections auf Medium zum Thema Social Media (Screenshot: Medium).

Fancy

In aller Kürze: Social Media + Shopping. In einem Stream werden Produkte vorgestellt, doch es gibt einen wichtigen Unterschied zu vielen anderen Netzwerken: Praktisch jedes abgebildete Produkt kann direkt im Netzwerk gekauft werden. Zusätzlich können die Bilder „gefancy’d“ und in Kollektionen und Listen gesammelt werden, und wer aus Freunden neue Nutzer und Kunden macht, wird dafür mit Guthaben auf seinem Fancy-Konto belohnt.

WeHeartIt

WeHeartIt lässt sich wohl am besten als „jugendliches Pinterest“ beschreiben – während Pinterest nämlich eher erwachsene Nutzer anzieht, sind etwa 80% der Nutzer von WeHeartIt unter 25 und damit die Idealzielgruppe vieler Unternehmen. Ein weiteres besonderes Feature: Nichts kann kommentiert werden, sodass Mobbing keinen Platz im Netzwerk hat.

Path

Path wird als „photo-sharing and messaging service“ beschrieben – damit scheint es sich auf den ersten Blick nicht besonders von vielen anderen Netzwerken abzuheben. Tatsächlich wirbt Path hauptsächlich mit dem Fokus auf Qualität – anfangs war die Anzahl der Kontakte, die ein Nutzer haben konnte, sogar auf 50 und dann auf 150 beschränkt, damit besonders qualitativ hochwertige Netzwerke entstehen.

Neben den klassischen sozialen Netzwerken sollte die Bedeutung von Messaging Apps jedoch nicht vergessen werden – aufgrund eines Kulturwandels hin zum privaten (oder „privateren“) Teilen erleben diese Apps aktuell ein starkes Wachstum, dass die von Social Apps zum Teil sogar überholt – einer neuen Untersuchung zufolge wachsen Facebook Messenger und Snapchat sogar stärker als Instagram. Nächste Woche stellen wir euch vor, was die Messaging-Welt neben WhatsApp zu bieten hat.

Klar ist: Social Media ist weit mehr als nur Facebook und Twitter – und je nach Zielgruppe kann es sich durchaus lohnen, als Marke auch auf anderen Kanälen Präsenz zu zeigen. Du weißt nicht, welche Kanäle für dich am interessantesten sind? Dann sprich uns einfach an, wir helfen dir bei der Konzeption deiner Online-Kampagne!