Film ab! Nur - auf welchem Netzwerk soll das Video stehen?

Videos sind das spannendste Format, das die Online-Welt momentan zu bieten hat. Nicht nur gibt es hier mit die meisten neuen Entwicklungen – nein,  da Facebook Nutzern immer Inhalte serviert, die denen ähnlich sind, mit denen sie in der Vergangenheit interagiert haben, hat die #IceBucketChallenge auch noch dazu beigetragen, dass Videos nun ganz oben auf der Beliebtheitsliste stehen. Von YouTubes Dominanz im Internet als zweitmeistbesuchte Webseite der Welt mal ganz zu schweigen.

Höchste Zeit also für Marken, sich mit dem Thema Video zu beschäftigen. Doch wie geht man am besten daran? Wie schon in einem früheren Artikel besprochen, kann es dabei jedoch einige Schwierigkeiten geben: Unter anderem ist die kontinuierliche Produktion von Videos in der Regel aufwendiger als die von Bildposts oder simpler Statusupdates – dadurch kann auch wesentlich mehr schiefgehen. Auch hier bietet Social Media allerdings durch seine Vielfalt die Möglichkeit, für jedes Unternehmen die richtige Plattform zu finden. YouTube, Instagram, Vine oder neuerdings Hyperlapse – es gibt viele Möglichkeiten für Unternehmen, sich auch über Videos einen Namen zu machen. Doch welcher Kanal ist der richtige?

Film ab! Nur - auf welchem Netzwerk soll das Video stehen?

Film ab! Nur – auf welchem Netzwerk?

YouTube

Um auf YouTube tatsächlich erfolgreich zu sein, ist es wichtig, zu beachten, dass Fernsehwerbung und Unternehmensvideos nicht einfach im Netzwerk veröffentlicht werden sollten, denn solche Spots sind in der Regel nicht der Inhalt, den Nutzer dort finden wollen. Wie austauschbar solche Unternehmensvorstellungen sind, zeigt dieses Parodie-Video vom „Obststandl Didi“ – die Formulierungen dürften jedem bekannt vorkommen, der schon mal ein Unternehmensvideo gesehen hat, und lassen sich so auf die meisten Firmen anwenden. Wie es besser geht, dass zeigt dagegen die Sammlung cooler Start-up-Unternehmensvorstellungen auf Coolstartupbro.com. Eine originelle Vorstellung mit unverwechselbarem Inhalt, der die Zielgruppe anspricht, macht wesentlich mehr her. Für YouTube ist es allerdings wichtig, dass die Unternehmensinhalte sich nahtlos in ein Nutzererlebnis einfügen, das von Unternehmensvideos eigentlich gar nichts wissen will. Die Inhalte sollten sich also an dem orientieren, was die Nutzer sehen sollten, und nicht an dem, was das Unternehmen gerne von sich gibt – auch wenn die Versuchung groß ist, normale Markenvideos einfach auch auf YouTube hochzuladen. Stattdessen sollten Unternehmen analysieren, was in ihrem Bereich auf YouTube gut funktioniert: In vielen Bereichen bieten sich zum Beispiel How-tos, Tipps & Tricks oder die Vorstellung neuer Techniken zum Einsatz der eigenen Produkte an. Gleichzeitig sind auf YouTube viele professionell gemachte Videos zu finden, denen man als Unternehmen in nichts nachstehen sollte, wenn man dort erfolgreich sein will.

Instagram

Besonders vorteilhaft für Unternehmen ist hier, dass Instagram nach wie vor hauptsächlich ein Bildernetzwerk ist; dadurch bestehen nach der Einrichtung eines Accounts nicht nur die Alternativen, unter Zwang regelmäßig Videos zu produzieren oder zur Karteileiche zu werden. Ideal ist Instagram damit für alle Unternehmen, die hauptsächlich fotografisch aktiv sind oder werden wollen, gerne aber auch Videos ausprobieren möchten. Praktisch ist, dass inzwischen auch Videos, die nicht direkt in der App gefilmt wurden, geteilt werden können. Eignet sich das Format nicht, sei es aus mangelndem Erfolg oder fehlenden Inhalten, kann das Konto dennoch weiterverwertet werden. Wer schon auf Instagram aktiv ist, für den liegt die Wahl natürlich erst recht nahe: Ohne weitere „Verpflichtung“ durch einen öffentlichen Account einzugehen, kann man sich als Marke langsam aber sicher an das Thema Video herantasten und damit neben Instagram unter anderem auch Facebook oder Twitter bedienen.

Vine

Das auf 6-sekündige Videos in Endlosschleife spezialisierte Vine ist ein reines Videonetzwerk, dass inzwischen wesentlich mehr Bearbeitungsmöglichkeiten für Videos erlaubt und häufig in einem Atemzug mit den Großen der Branche genannt wird. Die Videos können neben dem Netzwerk selber auch auf Twitter gut geteilt werden; Vine ist daher besonders für Marken geeignet, die dort aktiv und erfolgreich sind und noch stärker auf sich aufmerksam machen möchten. Wo Instagram stark auf Ästhetik und Themen wie Mode, Lifestyle, Essen und Reisen setzt, stehen bei Vine Kreatives, Lustiges und Überraschendes stärker im Fokus: Auf Instagram sieht man #FoodPorn, auf Vine werden mit dem Essen Computerspiele nachgestellt. Für Marken kann sich aus den verschiedenen Ausrichtungen eine klare Präferenz ergeben – doch gleichzeitig laden Vine und Instagram manche Marken vielleicht auch dazu ein, unterschiedliche Seiten von sich zu präsentieren.

Hyperlapse

Durch den Einsatz des Zeitraffers sind Hyperlapse-Videos schnell zu erkennen. Der unverwechselbare Stil könnte schnell zur Übersättigung führen – andererseits werden in Hyperlapse Sachen interessant, die ohne Zeitraffung nichtssagend bis einschläfernd wären. Herstellungsprozesse oder logistische Abläufe können gut in Hyperlapse abgebildet werden, damit bieten sich neue Möglichkeiten. Für Social Media sind z. B. auch Bürotouren gut geeignet – die waren auch sofort beliebt.

Ein weiterer Vorteil von Hyperlapse: Die App ist kein eigenes Social Network. Videos können also nicht auf einem Hyperlapse-Account, sondern nur über Facebook oder Instagram veröffentlicht werden. Hyperlapse eignet sich also ganz hervorragend für solche Unternehmen, deren Social-Media-Aktivitäten noch hauptsächlich auf Facebook beschränkt sind, die aber trotzdem aktuell sein und Neues ausprobieren möchten, ist mit Hyperlapse als Einstieg gut beraten. Wer merkt, dass Videos erfolgreich sind und noch tausende Ideen für weitere Videos hat, kann danach immer noch auf die stärker auf Videos fokussierten Netzwerke ausweichen.

Zusammenfassung

Für viele Marken wird Instagram die beste Lösung sein: Einfach und beliebt, kann es auch als reines Fotonetzwerk genutzt werden. Wer also schon dort aktiv ist oder werden wollte, sollte die Gelegenheit am Schopf ergreifen und endlich aktiv werden. Hyperlapse eignet sich dagegen als Einstieg für solche Unternehmen, die sich erst einmal langsam an das Thema „social video“ herantasten wollen – hier kann man schließlich ohne Probleme nach dem ersten Video wieder aufhören. Wer mit einem Vine-Account startet, ist schon ambitionierter, denn hier ist Dranbleiben gefordert. Und dadurch natürlich viel und ausdauernde Kreativität – beides trifft ebenso auf YouTube zu, wo die Anforderungen an Material und Professionalität auch noch zu bedenken sind. Generell gilt: Als Unternehmen sollte zunächst festgelegt werden, wie viel Video-Content produziert werden kann, welche Inhalte vermittelt werden sollen und wo die eigene Zielgruppe zu finden ist – von diesen Kriterien ausgehend kann dann das passende Netzwerk gefunden werden.