Diesen Buy-Button wird man vielleicht bald häufiger auf Facebook zu sehen bekommen (Bildquelle: Facebook).

Die soziale Komponente ist aus dem Online-Shopping vieler Nutzer nicht mehr wegzudenken – Empfehlungen von Freunden oder Fremden aus dem Internet sind für viele wichtige Quellen bei der Kaufentscheidung. Nur der Einkauf direkt über Social Media will noch nicht so recht abheben. Facebook, Twitter & Co. tun jedoch alles, um das zu ändern.

Neben dem Second Screen ist dieser Bereich einer der wichtigsten Konkurrenzfelder von Facebook und Twitter – und nun unternehmen beide fast gleichzeitig weitere Schritte in Richtung des „echten“ Social Commerce.

Facebook testet aktuell einen Buy-Button: In einem „Suggested Post“, also einer Anzeige, wird als Call-to-Action ein „Buy“ eingeblendet.

Diesen Buy-Button wird man vielleicht bald häufiger auf Facebook zu sehen bekommen (Bildquelle: Facebook).

Diesen Buy-Button wird man vielleicht bald häufiger auf Facebook zu sehen bekommen (Bildquelle: Facebook).

 

Schon vor einiger Zeit gab es die Möglichkeit, direkt auf Facebook Online-Shops einzurichten – doch genutzt wurde sie kaum und wenn, dann wurde aus dem Tab letzten Endes doch fast immer in den echten Shop verlinkt.

Aus dieser Weiterentwicklung des Einkaufens auf Facebook spiegelt sich die Erkenntnis, dass wohl niemand Facebook besucht, um aktiv zu shoppen, sondern um Neuigkeiten von Freuden zu erfahren. Gleichzeitig sind die Nutzer für Spontankäufe zwischendurch – besonders, wenn Facebook die Bezahl- und Lieferinformationen schon kennt – vermutlich viel schneller zu haben: Schließlich nimmt man schon mal eine Kleinigkeit mit, wenn man mit Freunden unterwegs ist. Das gilt gerade dann, wenn man dafür nur ein- oder zweimal klicken muss (der Prozess wird in der Ankündigung von Facebook noch nicht deutlich). Ein Einkauf per Anzeige im Newsfeed ist daher schon viel erfolgsversprechender als Tabs mit Onlineshops. TechCrunch berichtet, dass Facebook in Zukunft auch durch diese Verkäufe Geld verdienen könnte.

Twitter hat schon in der letzten Zeit einige Einkaufsmöglichkeiten (fast) direkt im Netzwerk getestet oder eingeführt. Darunter war unter anderem eine Kooperation mit Amazon, durch die Nutzer mit dem Hashtag #AmazonCart Produkte, die durch einen Amazonlink in einem Tweet auftauchen, einfach in ihren Amazon-Einkaufswagen legen können. Der tatsächliche Kauf muss dann allerdings noch ganz regulär über Amazon erfolgen.

Nun macht Twitter mit einer Akquisition auf sich aufmerksam: CardSprings ist ein Unternehmen, welche eine Bezahl-Infrastruktur entwickelt hat, mit der Nutzer aus Social-Media-Kanälen heraus etwas kaufen können. Der Blogpost von Twitter verrät nicht viel über die genauen Einsatzmöglichkeiten für die Technologie von CardSprings, doch der Kauf des Unternehmens allein verdeutlicht, dass Twitter in Zukunft eine eigene Bezahloption in das Netzwerk integrieren möchte.

Auch Pinterest bewegt sich immer stärker in Richtung Social Commerce: Mit einem Shopify-Partnership werden durch Rich Pins immer mehr Angaben z. B. zum Preis der abgebildeten Produkte gemacht. Aktuell wird dadurch allerdings nur der Referral Traffic weiter gestärkt.

Welches Netzwerk eignet sich besser für Social Commerce?

Wichtig für eine gelungene Social-Commerce-Lösung ist eine angenehme Shopping-Erfahrung, die laut TechCrunch beim Buy-Button wesentlich einfacher als in  normalen Online-Shops umgesetzt werden könnte, da die bekannte Umgebung nicht verlassen wird und Kreditkartendaten schon auf Facebook hinterlegt werden können. Das Vertrauen der Nutzer erkennt Facebook ebenfalls als wichtigen Erfolgsfaktor an, denn schon im Blogpost wird versichert, dass die Kreditkartendaten der Nutzer nie an Werbetreibende weitergegeben werden.

Beide Kriterien – das Shoppingerlebnis und das Vertrauen ins Netzwerk – werden nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Twitter und später womöglich auf Pinterest darüber entscheiden, wie erfolgreich Social Commerce wird. Die Targetingmöglichkeiten sowie die simple Frage, wo Nutzer von Natur aus eher zum Shoppen neigen, dürften ebenfalls einen großen Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg von neuen Social-Commerce-Optionen haben. In welchem Netzwerk hat Social Commerce eurer Meinung nach die größten Chancen?