Der Share Dialog

Mit über einer Milliarde Nutzern wird es auf Facebook langsam voll – Unternehmen haben das schon im letzten Herbst gemerkt, als die organische Reichweite abnahm. Doch Facebook macht ernst mit der Entrümpelung des Newsfeed und hat nun seit kurzem auch das Frictionless Sharing – also das automatische Teilen ohne Bestätigung in einem extra Dialog – für Instagram entfernt. Gestern wurde die nächste Etappe vorgestellt: Wer auf Apps mit Facebook-Anschluss setzt, wird in Zukunft mit den Posts erfolgreicher sein, die von Nutzern absichtlich geteilt werden. Facebook erklärt in seinem Blogpost, dass die Reichweite automatisch veröffentlichter Postings im letzten Jahr ohnehin stark abgenommen hat, da sie – im Gegensatz zu Posts aus Apps, die willentlich geteilt wurden – von Nutzern als uninteressanter angesehen wurden. Als weiteren Grund für die Änderung gibt Facebook an, dass Nutzer durch automatisch geteilte Stories oft „überrascht oder verwirrt“ wurden.

Im Newsfeed-Algorithmus werden diese Postings in Zukunft als weniger relevant beurteilt und die Flut der Meldungen von Spotify, Pinterest und Co. wird dadurch abnehmen. Entwickler werden außerdem von Facebook dazu aufgefordert, ihre Open-Graph-Stories explizit anzukündigen: Dazu soll der Share-Dialog benutzt werden.

Der Share Dialog

Der Share-Dialog (Bildquelle: Facebook)

 

Dadurch entwickelt Facebook den Open Graph zu einem noch wichtigeren Faktor für alle, die auf die Verbreitung ihrer App durch Facebook setzen und betont wieder einmal, wie wichtig die Qualität des Contents auf Facebook ist. Mobile Apps müssen auch inhaltlich überzeugen, damit die Nutzer ihre Aktivität gerne teilen und die Reichweite so vergrößert wird.

Außerdem geht die Entwicklung in Richtung „privates Teilen“ weiter. Zusätzlich zum normalen Share-Dialog stellt Facebook nämlich auch den Message-Dialog vor, mit dem Nutzer ein Bild/eine Handlung/etc. nur mit ausgewählten Nutzern teilen können:

Der Message-Dialog

Der Message-Dialog (Bildquelle: Facebook)

 

Dieser Schritt kommt nur kurze Zeit nachdem die automatischen Privatsphäreeinstellungen auf „Freunde“ gestellt wurden und mit dem Privacy Dinosaur wiederholt auf das Thema hingewiesen wird. Hier wird deutlich, dass Facebook den Zeitgeist nicht ignoriert – viele beliebte Apps profilieren sich aktuell durch Anonymität, hohe Privatsphäre oder den begrenzten Zeitraum, in dem Inhalte zugänglich sind -, sondern sich der Bedeutung der Zufriedenheit seiner Nutzer durchaus bewusst ist und danach handelt – auch wenn es gelegentlich gegen die Ideale des Unternehmens verstößt. Vereinfacht wird das sicher durch die Tatsache, dass es auch Facebooks finanziellen Interessen sehr entgegenkommt, die Nutzerzufriedenheit in den Mittelpunkt zu stellen.