Content is King - das gilt auch für Corporate Videos!

Fotos sind der beste Weg, um Aufmerksamkeit mit den eigenen Posts zu erreichen – das galt lange als Binsenweisheit im Social-Media-Marketing. Doch nun tritt das Video seinen Siegeszug an.

2013: Vine erscheint, ein halbes Jahr darauf bekommt auch Instagram eine Videofunktion. Facebook verschiebt die Einführung von Video Ads zwar mehrmals aus Angst vor schlechten Videos und entsprechendem Nutzerfeedback, doch auch hier hat der Siegeszug von Video inzwischen begonnen. Dass YouTube weiterhin als zweitmeistbesuchte Webseite überhaupt über all dem thront, dürfte niemanden überraschen.

Eine Infografik verdeutlicht diese Dominanz: Monatlich hat YouTube über 1 Milliarde Besucher, die über 6 Milliarden Stunden an Videos schauen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist der Videokonsum damit über 50% angestiegen.

Ein Ausschnitt aus der Infografik zu Social Video

Ein Ausschnitt aus der Infografik zu Social Video. Die vollständige Infografik kann man bei AllTwitter ansehen.

Werbung lässt sich auf YouTube hauptsächlich auf zwei Arten veröffentlichen: Einmal können Unternehmen selber Videos produzieren und ihre Markenbotschaft so versuchen, unter die Leute zu bringen. Andererseits erlaubt das Netzwerk es auch, Werbevideos vor den Videos anderer Nutzer zu schalten, die allerdings normalerweise von Nutzern übersprungen werden können. Auf YouTube gibt es dabei viele Beiträge, die sich für solche Videowerbung eignen: Technikfirmen können beispielsweise vor den Unboxing-Videos ähnlicher Produkte werben.

Auch auf Instagram und Vine sind viele Marken unterwegs, bei beiden hauptsächlich mit eigenen Kanälen, obwohl Instagram mit ausgewählten Anzeigenkunden zusammenarbeitet. Auf Instagram waren im Oktober 40% der am häufigsten geteilten Instagram-Videos von Marken – Inhalte werden also auch gut angenommen.

Eine weitere Alternative, die in der Infografik erwähnt wird, ist die Nutzung von Google Hangouts, ein Feature von Google+. Dies kann beispielsweise für Konferenzen genutzt werden – vielleicht bietet es sich für manche Marken für den Kundenservice an? Vimeo wird als qualitativ sehr hochwertige Plattform genannt; vom Format her wie YouTube eignet es sich ebenfalls für längere Videos, die Produkte vorstellen oder Tutorials zu verschiedenen Anwendungsweisen geben.

Auf Facebook verzeichneten Tests des neuen Werbeformats schon deutliche Erfolge: Das Engagement der Auto-play Video Ads liegt bis zu zehn Prozent über dem der nicht-automatischen Videos.

Content is King - das gilt auch für Corporate Videos!

Content is King – das gilt auch für Corporate Videos! Ein leerer Thron nützt niemandem, am wenigsten dem Unternehmen.

Doch trotz des Hype um Videos gilt es einige Faktoren zu beachten:

Videos sind anspruchsvoll. Professionell gedrehte Videos können teuer sein, bei eigenen Instagram- oder Vine-Videos halten sich die Kosten für das Drehen vielleicht in Grenzen – doch auch ein Video will Inhalt haben. In 15 Sekunden Mehrwert zu erzeugen oder diesen auf mehrere Minuten auszudehnen: Bei manchen Produkte bietet sich das an, doch bei anderen wird das schwieriger.

Ein Account will gepflegt werden. Wer sich ein Konto in einem Netzwerk zulegt, sollte es nicht nach den ersten fünf Videos verstauben lassen. Bevor ein Unternehmen sich also dort engagiert, sollten Ziele sowie eine große Marschrichtung abgesteckt sein, damit klar ist, was dort passiert und wie sich dieses Engagement auszahlen soll.

Der Kanal sollte sorgfältig ausgewählt werden. Vine und Instagram sind wesentlich besser für B2C-Marketing geeignet. Einleuchtend: In dem kurzen Zeitraum kann kaum sinnvoller B2B-Content verarbeitet werden und Nutzer suchen auf diesen Social-Media-Kanälen nicht nach Nützlichem für den Beruf. YouTube hat dagegen eine gewisse Größe auch bei How-to-Videos oder Anleitungen erreicht, sodass B2B sich hier leichter umsetzen lässt. Ähnliches gilt für Vimeo und Google Hangouts, prinzipiell sind Videokanäle aber besonders gut für den B2C-Bereich.

Ein gutes Fotos ist besser als ein schlechtes Video. Wer also nicht die entsprechenden  Ressourcen – ob zeitlicher, finanzieller oder kreativer Art –  für ein lang dauerndes Engagement qualitativ hochwertiger Videos hat, ist mit gut durchdachten Fotoposts wohl besser bedient. Auch Facebook selbst legt den Fokus  auf die gute Qualität der Auto-play Video Ads. Daher werden Fotos kaum etwas von ihrer Omnipräsenz einbüßen und auch Marken sollten sich nicht nur und ausschließlich auf Videos stürzen. Ein Vorteil von Fotos ist außerdem, dass die gesamte Message mit einem Blick transportiert werden kann, was bei Videos nicht der Fall ist – Nutzer, die einfach über die Anzeige drüberscrollen, werden also mit einem Foto noch eher erreicht als mit einem stummen Video.

Wie in den meisten Fällen im Content Marketing gilt auch bei der Integration von Social Videos in den Werbe-Mix: In erster Linie zählt, wie gut die Markenbotschaft umgesetzt werden kann. Ist das auf qualitativ hochwertige Weise möglich, bieten Videonetzwerke und Facebooks Video-Anzeigen eine wunderbare Möglichkeit, die Unternehmenskommunikation noch abwechslungsreicher für die Fans zu gestalten. Lassen sich keine guten Videos produzieren, sollte man von diesem Format allerdings lieber Abstand nehmen – sich selbst und den Fans zuliebe.  

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  1. […] ist eine der meistbesuchten Seiten im Internet, zusammen mit Facebook gehört YouTube also zu den Netzwerken mit der größten Reichweite. Das […]

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