Beweise den Wert deiner Social Media Arbeit mit Google Analytics

Ihr möchtet nicht nur euren Umsatz messen und erfahren, wie eure Kunden eure Webseite nutzen – ihr wollt darüber hinaus auch herausstellen, welchen Anteil eure Social Media Kampagnen am Umsatz und den Conversions haben? Mit Google Analytics bekommt ihr die entsprechenden Möglichkeiten.

Zugegeben, wer das Analyse-Tool das erste Mal in Aktion sieht, kann einer kurzen Überforderung zum Opfer fallen. Aber auch als Neulinge könnt ihr Google Analytics für eure Belange nutzen.

Beweise den Wert deiner Social Media Arbeit mit Google Analytics

Welchen Einfluss haben Social Media Aktivitäten auf die Erreichung eurer Unternehmensziele?

So richtet ihr Google Analytics ein

Nachdem ihr ein Konto bei Google Analytics eingerichtet und euch anschließend mit eurem Google-Konto angemeldet habt, benennt ihr euer Analyse-Konto und gebt die URL eurer Webseite ein. Mit der entsprechenden Auswahl der Branche, in der ihr tätig seid, wird das Tool direkt auf eure speziellen Bedürfnisse abgestimmt. Die Datenfreigabeeinstellungen könnt ihr zunächst einfach so wie voreingestellt belassen.

Nachdem die gefragten Einstellungen vorgenommen sind, müsst ihr nur noch die Tracking ID abrufen. Es empfiehlt sich, den Analytics Tracking Code im Header jeder Seite eurer Webseite einzubinden. Dazu fügt ihr vor </head> einfach einen Absatz im Header-Quellcode und anschließend den Tracking Code ein. Bis zur abschließenden Verknüpfung der Webseite kann es unter Umständen einen Tag dauern. Dann könnt ihr bereits im Dashboard des Tools erste Daten ablesen.

Google Analytics und der Datenschutz

Das Tool arbeitet insbesondere mit Erstanbietercookies, die Interaktionen von Besuchern mit eurer Webseite erfassen. Das ist ein heikles Thema, bei dem es einiges zu berücksichtigen gibt.

IP-Adressen-Anonymisierung

Es gibt eine Anonymisierungsfunktion, die ihr im Quellcode hinterlegen müsst –die sogenannte IP-Adressen-Anonymisierung. Google Analytics stellt seit dem 25. Mai 2010 diese Funktion zur Verfügung, damit ihr als Webseitenbetreiber die Datenschutzbestimmungen und Empfehlungen lokaler Datenschutzbehörden einhalten könnt, sofern diese die Speicherung der vollständigen IP-Adresse verbieten.

Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung

Das Bundesdatenschutzgesetz sieht vor, dass Dritte, die mit der Erhebung, Verarbeitung oder Nutzung personenbezogener Daten im Internet betraut werden, diesen Auftrag in Schriftform erhalten. Einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung stellt Google als Formular zum Download bereit. Den ausgefüllten Vertrag müsst ihr abschließend an den Google Sitz in Irland senden.

Datenschutzerklärung

Jetzt müsst ihr eure Besucher darüber informieren, dass Google Analytics auf eurer Webseite im Einsatz ist. Darauf müsst ihr im Impressum und/oder in einer Datenschutzerklärung hinweisen. Vorlagen für eine Datenschutzerklärung lassen sich im Internet finden – im Bedarfsfall sollte aber ein Jurist konsultiert werden, der den letzten Zweifel ausräumen und valide Sicherheit schaffen kann.

Widerspruchsmöglichkeiten schaffen

Die Besucher eurer Webseite müssen die Möglichkeit haben, der Erfassung ihrer Daten zu widersprechen bzw. diese zu unterbinden. Es gibt dafür zum Beispiel den Opt-Out per Add-on und den Opt-Out per Mausklick.

Beim Opt-Out per Add-on wird ein Browser-Add-on installiert, das den Browser hindert, Informationen an Google Analytics zu versenden. Dafür wird im Browser des Besuchers ein sogenannter Opt-Out-Cookie gesetzt. Dieser stellt sicher, dass jegliche erfassten Daten sofort vom Server gelöscht werden. Ihr solltet in eurer Datenschutzerklärung einen Link zum entsprechenden Add-on hinterlegen.

Da sich nicht in jedem Browser Add-ons installieren lassen – wie beispielsweise auf dem Smartphone – sollte ein Opt-Out-Link in der Datenschutzerklärung angeboten werden.

Sollten im Vorfeld Google Analytics Daten ohne vollständige Berücksichtigung des Datenschutzes erfasst worden sein, müsst ihr diese im Konto löschen.

Google Analytics Dashboard Beispielansicht

Wichtige Bereiche des Google Analytics Dashboards sind durch Nummern markiert und werden unten stehend beschrieben.

Im Google Analytics Dschungel

Die Möglichkeiten der Betrachtungswinkel sind so vielfältig, dass man sehr differenzierte Betrachtungen anstellen kann. Gleichzeitig kann diese Vielfalt auf den ersten Blick für große Verwirrung sorgen. Lasst euch nicht abschrecken! Unsere Empfehlung: Überlegt euch vorab, welche Informationen für euch von essenziellem Interesse sind und welche Kennwerte für die Messung eurer individuellen Erfolge bekannt werden müssen.

(1) Die vier Hauptbereiche finden sich gleich oben verlinkt: Startseite, Berichte, Personalisieren, Verwalten.

(2) Rechts oben lässt sich ein Zeitraum wählen, der betrachtet werden soll. Es besteht die Möglichkeit, zwei Zeiträume mit einander zu vergleichen, um Veränderungen abzulesen.

(3) Ist im oberen Reitermenü der Bereich „Berichte“ ausgewählt, zeigt sich links die Berichtsnavigation, in der ihr diverse Berichte und Unterberichte betrachten könnt. Wichtige Berichtstypen sind „Zielgruppe“, „Akquisition“, „Verhalten“ und „Conversions“.
Zielgruppe: Ihr könnt allerhand über eure Besucher erfahren. Beispielsweise könnt ihr demographische Merkmale in Erfahrung bringen.
Akquisition: Ihr erfahrt, wie die Besucher zu euch gekommen sind. Ihr könnt beispielsweise ablesen, welche Erfolge eine aktuelle Werbemaßnahme erzielt. In diesem Zusammenhang können UTM-Parameter eingesetzt werden. Durch sie ist ein kampagnenspezifisches Tracking in Google Analytics erst möglich. Google bietet hierzu ein spezielles Tool zur Erstellung von URLs mit UTM-Parametern.
Verhalten: Ihr könnt betrachten, wie Seiten eurer Webseite von den Usern in ihrer individuellen Reihenfolge aufgerufen werden.
Conversions: Hier ist es euch möglich, Conversionketten abzulesen: vom ersten Klick bis zur finalen Conversion könnt ihr den kompletten Klickpfad eurer Besucher nachvollziehen. Google Analytics bietet weiterhin unterschiedliche Attributionsmodelle die je nach Betrachtungswinkel den diversen Touchpoints auf der Customer Journey einen bestimmten Anteil am erzielten Umsatz zuordnet. Hier haben auch die Social Media Manager unter euch die Chance, euren individuellen Beitrag am Werbeerfolg sichtbar zu machen.

(4) Hier könnt ihr zwischen „Alle Sitzungen“ und sehr differenzierten Betrachtungsoptionen wählen, beispielsweise „Bezahlte Zugriffe“, Sitzungen mit Conversions oder ob es sich um Zugriffe über Mobiltelefone handelt.

(5) Der optisch gewichtigste Teil bildet einen Graphen ab, der euch je nach getroffener Auswahl und Betrachtungsschwerpunkten eure Erfolge visualisiert.

(6) Darunter befindet sich eine Tabelle, die euch die jeweiligen Analysedaten zeigt.

Lerne endlich deine Besucher kennen

Im Bereich „Berichte“ unter der Schaltfläche „Verhalten“ verbergen sich die Informationen, die ihr braucht, um eure Kunden kennenzulernen. Der Verhaltensfluss zeigt euch die Bewegungen der Besucher auf eurer Seite – ihr könnt weitere Einschränkungen wie unter (4) erwähnt auch hier auswählen. So könnt ihr beispielsweise gezielt nach dem Nutzerfluss von wiederkehrenden Besuchern schauen.

Unter „Website-Content“ könnt ihr unter „Zielseiten“ bei gleichzeitiger Auswahl der Sekundären Dimension „Akquisition/Quelle“ sehen, von welcher Seite die Besucher auf die jeweiligen Zielseiten bei euch gelangt sind. Solltet ihr zuvor das Segment „Wiederkehrende Nutzer“ ausgewählt haben, zeigen euch der Graph und die darunter aufgeführten Analysedaten einen Vergleich zwischen sämtlichen Zugriffen und denen der wiederkehrenden User.

Klickt euch am besten einfach mal durch die Optionen um ein Gespür dafür zu erhalten, dass die Möglichkeiten tatsächlich so vielfältig sind, ihr euch letztlich aber auf die Infos beschränken könnt, die für euch von Interesse sind. Vielleicht entdeckt ihr beim Stöbern sogar Blickwinkel, auf die ihr bisher noch nicht gekommen seid.

Ziele formulieren für messbare Erfolge

 Ihr solltet euch überlegen, was die Ziele für eure online Aktivitäten sind. Betreibt ihr ein Lokal und wollt die Downloads der Wochenkarte messen, den Versand einer Anfrage über euer Kontaktformular und damit letztlich die Generierung konkreter Leads oder einfach nur Käufe in eurem Online Shop? Diese und weitere Nutzer-Aktivitäten könnt ihr heranziehen, um euren Erfolg zu messen. Werden vorher formulierte Ziele erreicht, spricht man von Conversions.

Google bietet zum Thema Zielvorgaben ein kurzes Video an.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=fMeKXsl7xT8[/youtube]

Im Bereich „Verwalten“ werden eure Zielvorhaben eingerichtet. Die Einstellungsmöglichkeiten reichen von Bestellungen über euren Online Shop bis hin zu Interaktionen auf Sozialen Netzwerken. Eine genaue Anleitung zur Erstellung von Zielvorhaben findet ihr bei Google.

Was Ihr aus Google Analytics ziehen könnt

Das Analyse-Tool hilft euch, zu verstehen, woher eure Besucher zu eurem Angebot gelangen und wie sie sich auf eurer Webseite verhalten. Daraus könnt ihr als Marketing Manager Maßnahmen ableiten, weil ihr erkennen könnt, welche Marketing-Kampagnen besonders effektiv waren und ob es Kanäle gibt, denen ihr in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken solltet als anderen. Analysiert mit Google Analytics, ob die Webseite für eure Besucher optimal ist und verbessert ggf. an den kritischen Stellen die Usability. Wird eure Seite für User relevant, weil ihr die benötigten Informationen oder Produkte leicht auffindbar macht, steigt gleichzeitig die Relevanz, die ihr von Google im Suchmaschinenranking erhaltet.

Eure Webseite dient euch im Netz als Aushängeschild, es möglichst sichtbar zu machen sollte eine hohe Priorität haben. Zieht ihr die Erkenntnisse aus euren Google Analytics Daten heran, um Maßnahmen zur Suchmaschinenoptimierung (zu Englisch Search Engine Optimization, kurz SEO) zu ergreifen, sorgt ihr bei gleichzeitiger Usability Verbesserung für eine bessere Sichtbarkeit im Netz. Letztlich kann nur Kunde werden, wer euch findet und mit eurem Angebot zurecht kommt. Besucht unsere Kategorie Knigge und findet weitere spannende Themen.

1 Antwort
  1. Yen sagte:

    Ich verstehe nach dem Artikel immernoch nicht, wie der Wert der Social Media-Arbeit damit bewiesen werden soll.

    Ist doch nur eine absolute Einsteigerübersicht über die Funktionen von Analytics. Wie wäre es mit einem konkreten Beispiel?

    Grüße!

Kommentare sind deaktiviert.