Pinterest.

Pinterest gehört zu den Netzwerken, deren Nutzung in den letzten Jahren nach oben geschnellt ist: Wurden im Sommer 2013 nur etwa 600.000 deutsche Pinner verzeichnet, waren es ein Jahr später schon 2,1 Mio. Über viele Marken wird auf Pinterest gesprochen – ganz egal, ob sie dort aktiv sind oder nicht. Es spricht also einiges dafür, sich genauer mit dem Netzwerk zu beschäftigen.

Pinterest.

Pinterest: auf der Online-Pinnwand findet sich eine Fülle an Bildern.

 

Performance vs. Branding

Pinterest ist hervorragend für Marketingkampagnen in beiden Bereichen geeignet, denn hier wird sowohl geplant als auch geträumt.

Als virtuelle Pinnwand landen auf Pinterest viele Bilder, die an anderer Stelle im Web veröffentlicht wurden; von den Nutzern wird vergleichsweise wenig hochgeladen. Dadurch sind beispielsweise Produktfotos deutlich willkommener als auf anderen Netzwerken – eine Wunschliste mit Produkten, die man gerne hätte kaufen würde, findet sich auf vielen Profilen. Für Unternehmen ein klarer Vorteil, denn dadurch entsteht Traffic zurück auf die Webseite, von der gepinnt wurde – dadurch ist Pinterest für Performance-Marketing interessant. Promoted Pins sind aktuell nur einigen wenigen Unternehmen vorbehalten, doch in Zukunft wird sich gerade in diesem Bereich sicher noch viel entwickeln.

Da das Netzwerk oft zur konkreten Planung genutzt wird – sei es die Urlaubsplanung, die eigene Hochzeit, das neue Wohnzimmer oder die Garderobe für den Sommer – besteht in vielen Fällen eine echte Kaufabsicht, die auf anderen Netzwerken so nicht vorhanden ist. Auf Pinterest wird aber nicht nur geplant, es wird auch geträumt. Auf den entsprechenden Boards fällt dann alles gerne etwas großzügiger und luxuriöser aus, als es in der Realität werden wird. Das sorgt für Branding-Effekte: Als Marke in die Träume der Nutzer eingebunden zu werden – besser geht es kaum.

In Deutschland sind übrigens Essen, Mode und Reisen besonders beliebt, außerdem Autos und Motorräder. Die beliebten Themen spiegeln (noch) die Tatsache wieder, dass das Netzwerk für seinen hohen weiblichen Nutzeranteil berühmt ist – dieser lag Mitte 2014 bei schätzungsweise 80%. Langsam aber sicher scheint sich das allerdings zu ändern – so soll die Anzahl männlicher Nutzer im letzten Jahr schon deutlich zugelegt haben. Die Zeit, in der Pinterest eine reine Frauendomäne war, scheint damit dem Ende entgegenzugehen. Dadurch wird das Netzwerk auch für Unternehmen mit großer männlicher Zielgruppe interessanter.

Wie sollten sich Unternehmen verhalten?

Im Gegensatz zu anderen Netzwerken sind Beiträge von Unternehmen auf Pinterest deutlich willkommener. Die Bereitschaft, Marken zu folgen, ist höher als etwa auf Facebook und erfreulicherweise (für Unternehmen) geben die Kunden, die über Pinterest gewonnen wurden, dann im Durchschnitt auch mehr aus. Allerdings kommen die Fans auch nicht ganz von allein – nur Produktfotos oder Werbekampagnen zu pinnen, reicht in der Regel nicht aus. Boards, die die Marke oder einzelne Produkte in einen Kontext setzen und ein Lebensgefühl vermitteln, machen auf Pinterest ebenfalls Sinn und ergänzen produktorientierte Boards.

Gewinnspiele sind auf Pinterest erlaubt, solange einige Regeln eingehalten werden. So kann man das Netzwerk auch im Rahmen einer Hashtagkampagne zusammen mit Facebook, Twitter und/oder Instagram nutzen.

In jedem Fall ist es wichtig, das für Unternehmensaccounts geschaffene Analytics-Tool zu nutzen: Neben klassischen KPIs wie Impressionen oder Klicks gibt es hier die Möglichkeit, zu sehen, für welche Themen sich die Nutzer interessieren, die mit der Marke interagieren, auf welchen Boards die Fotos in welchem Kontext erscheinen, und für welche Marken sie sich außerdem interessieren. Diese Informationen können wertvolle Anreize zur Weiterentwicklung des eigenen Pinterest-Auftritts bieten, die nicht vernachlässigt werden sollten.

Welche KPIs sind sinnvoll?

Hier muss klar nach Branding- und Performance-Kampagnen unterschieden werden. Bei Performance-Kampagnen zählt die Anzahl der Conversions, die auf Pinterest zurückgeführt werden können. Conversion Tracking ist momentan allerdings nur für Werbekunden verfügbar – und Werbekunde können aktuell nur in den USA basierte Unternehmen werden. So muss man sich hier also auf Korrelationen zwischen einem Trafficanstieg, der von Pinterest kommt (wie man z. B. über Google Analytics nachvollziehen kann), und einem Anstieg in Verkäufen oder Neukunden verlassen. Traffic, Neukunden und Gesamtanzahl der Bestellungen – besonders, wenn die bestellten Produkte sich mit den meistgepinnten decken – sind aber für jedes Unternehmen ein guter Indikator für den Erfolg der Pinterest-Strategie.

Bei Branding-Kampagnen zählt dann natürlich in erster Linie die Anzahl der Pins sowie die Gesamtzahl der erreichten Nutzer. Pinterest Analytics bietet dabei Informationen zu den folgenden Bereichen:

  • Nutzerinteraktionen mit dem eigenen Profil (hier werden Impressionen, Repins, Clicks und Allzeitfavoriten gezählt)
  • Interaktionen auf der Webseite (zusätzlich zu den oben genannten KPIs werden hier auch „Original Pins“, die Nutzer von der Webseite aus neu erstellt haben, und Informationen zur Nutzung des Pin-it-Buttons gezeigt)
  • Zielgruppe (Neben der Anzahl der Betrachter und der Interagierenden beantworten die Demografischen Informationen Fragen zu Herkunft, Sprache, Geschlecht und Interessen. Pinterest Analytics zeigt, mit welchen Unternehmen die Fans noch agieren und bindet Beispielboards ein, auf denen sich die eigenen Pins finden, um zu illustrieren, wie Nutzer mit der Marke umgehen)

All diese Informationen helfen dabei, eine Branding-Kampagne optimal zu gestalten und auszuwerten.

Fazit

Auch für deutsche Unternehmen kann Pinterest ein wichtiges und hilfreiches Werkzeug in der Online-Marketing-Strategie sein, ob allein oder im Zusammenspiel mit anderen Netzwerken im Rahmen einer crossmedialen Hashtagkampagne. Besonders für Unternehmen in bestimmten Bereichen, wie Essen, Mode, Reisen, können hier viele Nutzer erreicht werden – und das in einer Situation, in der die Nutzer von Marken erreicht werden wollen. Ihr seid euch nicht sicher, wie ihr Pinterest am besten einsetzen könnt? Wir beraten euch gerne!

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  1. […] unserer Pinterest Einführung haben wir bereits erklärt, dass ansprechende Bilder auf Pinterest von Vorteil sind. Der Grund ist […]

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