Storytelling 1.0

Storytelling, Content Marketing – das alles sind oft verwendete Buzzwords im Marketing. Um ihnen genauer auf den Grund zu gehen, sollte man sich einmal dem Original zuwenden, dem Content 1.0 sozusagen: Büchern, Filmen, auch Songtexten. Eine ehemalige Mitarbeiterin des Animationsfilmgiganten Pixar aus Hollywood hat 22 Regeln getwittert, die beim Storytelling helfen sollen. Natürlich lassen sich nicht alle davon für das Social-Media-Marketing adaptieren, einige aber doch. Eine Präsentation der Regeln findet sich auf Slideshare:

[slideshare id=28123780&doc=pixar-22-rules-to-phenomenal-storytelling-powerfulpoint-slideshare-131111112132-phpapp01]

Bei der Durchsicht dieser Regeln fällt sofort auf, dass die Charaktere eine große Rolle spielen: Sie sollten eben solche sein, keine hohlen Puppen ohne Meinungen oder Persönlichkeit. Außerdem sollte das Publikum – also die Zielgruppe – im Auge behalten werden: Kämpfende Charaktere kommen besser als an solche, die ihre Ziel leicht erreichen, und wer zu farblos ist, fällt ebenfalls durch. Um eine Figur dem Publikum schmackhaft zu machen, muss sie offenbar etwas Individualität beweisen. Dieser Punkt kann oft schwer umzusetzen sein, da in einem Post oder einer Kampagne nicht viel Zeit und Raum für die Entwicklung starker Charaktere bleibt. Prominente, die schon eine bekannte Persönlichkeit etabliert haben, sind deswegen besonders gut für Storytelling-Kampagnen geeignet, doch mit etwas Kreativität können auch eigene Figuren mit Charakter ausgestattet werden.

Auch die Wichtigkeit einer realitätsnahen, in sich konsistenten und nicht überladenen Entwicklung der Geschichte wird erwähnt. Dies ist gerade im Social-Media-Marketing besonders wichtig, denn wenn die Geschichte nicht inhaltlich überzeugt, dann ist die Zielgruppe am Ende auch nicht überzeugt – und kein Kunde der Marke. Daher sind die Tipps #4, #5, #7, #15, #19 und #20 auch für Social-Media-Marketer besonders wichtig und können noch mehr die anderen als praktische Anleitung für die nächste Kampagne genutzt werden. Besonders die Nummer 5 – „Simplify.“ – ist essentiell im Social-Media-Bereich, da bei der Zielgruppe wenig Zeit für das Betrachten einer Anzeige vorhanden ist – alles wird überflogen und überscrollt.

Der größte Unterschied zum Storytelling „an sich“, nur um der Geschichte willen, besteht wohl bei der Nummer 3, dem Tipp, der besagt, dass sich das Thema immer erst hinterher herausstellt: Im Marketing sollte das Thema – also die Werbebotschaft – eines jeden Projektes schon von vornherein feststehen; außer natürlich, die Außenwirkung einer Marke wird aktuell erst aufgebaut oder von Grund auf überarbeitet. In dem Fall könnte natürlich auch Tipp #14 hilfreich sein: Wieso muss diese Geschichte erzählt werden bzw. wieso muss es diese Marke und diese Produkte geben? Aus diesem Ansatz können sich schöne Geschichten ergeben.

Der Aufstieg von Vine und der Videofunktion von Instagram sowie die nun bald geplante Einführung von Videoanzeigen auf Facebook werden Marketern in Zukunft ganz andere Möglichkeiten eröffnen, ihre Botschaften auch im Social Web unterzubringen (alternativ kann man natürlich auch den Fernsehwerbespot zuschneiden und Feierabend machen…). Bewegtbilder und Dialoge eröffnen besonders vielfältige Möglichkeiten für die Charakterentwicklung – statt nur das Aussehen zu bewerten, wie das in Bilder der Fall ist, können hier auch Gesten, Wortwahl und Reaktionen genutzt werden. Für alle, die hier kreativ werden wollen, ist in der Präsentation ja glücklicherweise auch der eine oder andere Tipp zum Arbeitsprozess eines Storytellers versteckt, der bestimmt weiterhilft!

Quelle der Präsentation auf slideshare.

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  1. […] Facebook Chat-Bots konnten weitere Trends und Erfolgsgeschichten beobachtet werden. Insbesondere Storytelling und eine gezielte Social Media Strategie ließen Bestattungen Hubert Laubach spannende Erfolge […]

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