Targeting – Facebooks Vorteile ausnutzen

Beim Targeting kann man ins Schwarze treffen - oder ziemlich daneben.

Alle reden über Targeting – die richtige Zielgruppe zu erreichen ist tatsächlich eine der wichtigsten Eigenschaften von Facebook, und einer der großen Vorteile, die das Netzwerk bietet. Bei Banner Ads auf Nachrichtenseiten oder Blogs kann man sich schließlich nicht aussuchen, nur all diejenigen Leute anzusprechen, die schon Interesse am eigenen Produkt ausgedrückt haben. Dort kann man nur hoffen, dass Leute, die sich für Nachrichten interessieren, vielleicht auch Autos oder Versicherungen kaufen wollen.

Auf Facebook hingegen erlaubt ein viel genaueres Targeting eine maßgeschneiderte Anzeigenschaltung, was Marketern ganz neue Möglichkeiten bietet. Um diese Potenziale bestmöglich nutzen zu können, sollte man sich zunächst einige grundlegende Fragen beantworten können.

  1. Was will ich mit dem Anzeigenbudget erreichen? Diese Frage ist so entscheidend, dass der Facebook Ads Manager gerade erst überarbeitet wurde und die Zielstellung nun am Anfang der Anzeigenschaltung steht. Künftig kann man zwischen den unten folgenden Möglichkeiten wählen – und dabei fällt auf, dass man mit Facebook nicht nur Facebook-spezifische Ziele erreichen kann. Webseiten-Traffic und Conversions finden nicht auf Facebook statt, genauso wenig wie Veranstaltungen oder Angebote.

    Facebook Ads Manager - Zielauswahl

    Facebook Ads Manager – Zielauswahl

  2. Was weiß ich über meine Zielgruppe? Auf Facebook kann nach vielen verschiedenen Kriterien getargetet werden: Alter, Wohnort, Geschlecht, Interessen und Beziehungsstatus sind nur einige wenige davon. Manche Targetingkriterien sind selbsterklärend: Ist mein beworbenes Produkt nur regional verfügbar, stelle ich sicher, dass ich die Anzeigen nur in der relevanten Region schalte. Ähnliches gilt auch für Produkte mit Altersbeschränkungen. Doch auch, wer es genauer haben möchte, ist beim Facebook Ads Manager gut aufgehoben – so lassen sich nur Leute targeten, die in den letzten sechs Monaten geheiratet haben oder vorhaben, eine Reise z. B. nach China zu unternehmen, und auch nach mobilem Betriebssystem kann getargetet werden.
  3. Ist meine Zielgruppe noch groß genug? Der Nachteil eines sehr speziellen Targetings kann eine sehr kleine Zielgruppe sein, die dann keine erfolgreiche Anzeigenschaltung mehr zulässt. Das passiert unter anderem, da Anzeigen dann zu häufig beim selben Nutzer angezeigt werden müssen. Wie groß die Zielgruppe sein sollte, hängt natürlich speziell vom Ziel der Anzeigenschaltung und dem Budget ab, doch wer nur wenige zehntausend Leute in seiner Zielgruppe hat, sollte sein Targeting erweitern um bessere Ergebnisse zu erzielen – solange nicht jeder Bezug zur Anzeige verloren geht.
  4. Passt die Anzeige sowohl zum Produkt als auch zur Zielgruppe? Das schönste Targeting und das üppigste Budget helfen wenig, wenn die Anzeige den Leuten, die sie dank Anzeigenschaltung erreicht, nicht gefällt und sie nicht entsprechend wenig zum Klicken verleitet. Mit Facebook-Anzeigen erkauft man sich die Chance, Leuten zu gefallen, man kauft keine garantierten Fans. Und wenn die Anzeige die Leute zwar interessiert, aber falsche Tatsachen vorspiegelt und die Leute später von Fanpage/Produkt/Webseite enttäuscht sind, dann wurden hier vielleicht Likes gewonnen, aber keine qualitativ hochwertigen Fans, die das Ziel jeder Anzeigenschaltung sein sollten.

    Beim Targeting kann man ins Schwarze treffen - oder ziemlich daneben.

    Beim Targeting kann man ins Schwarze treffen – oder ziemlich daneben.

  5. Wo soll meine Anzeige erscheinen? Rechte Spalte oder Newsfeed, Desktop oder Mobile? Die meisten Anzeigen können überall erscheinen, daher richtet sich die Entscheidung wieder nach dem Ziel der Anzeigenschaltung: Sozialer Kontext kann im Newsfeed wesentlich besser dargestellt werden, die rechte Seite gibt es in der mobile App und der mobilen Webseite von Facebook gar nicht. Allgemein ist der Newsfeed auch besser, wenn es um die Durchklickrate geht, dafür hat die rechte Seite mehr Reichweite und eignet sich besser für die direkte Produktwerbung, laut einer Studie von AdRoll.
  6. Profitiert meine Anzeige vom sozialen Kontext, den Facebook bietet? In der Regel lautet die Antwort auf diese Frage „Ja!“. Daher sollte diese Option anfangs möglichst immer gewählt werden. Wenn die Anzeige mit dem sozialen Kontext schlechter performt, etwa weil die Zielgruppe zu klein ist, kann sie später immer noch ausgeschaltet werden.
  7. Wird Facebook meine Anzeige erlauben? Letztlich hilft das schönste Targeting nichts, wenn die Anzeige nicht erlaubt wird. Jede Anzeige wird erst überprüft, bevor Facebook sie ausstrahlt: Bei der Anzeigengestaltung muss neben der eigenen Zielgruppe also auch Facebook selber im Hinterkopf behalten werden. Bei Coverfotos wurde die 20%-Text-Regel aufgehoben, doch bei allen Fotos, die per Anzeigenschaltung beworben werden, dürfen nach wie vor nicht mehr als 20% des Bildes von Text eingenommen werden. Man sollte also immer darauf achten, diese Richtlinie einzuhalten, da die Anzeige sonst gesperrt wird und doppelte Arbeit erledigt werden muss. Auch andere Kriterien können wichtig werden: So sind Gewaltdarstellungen und Nacktheit untersagt, und für Drogen oder Tabak, Medikamente, Waffen oder „Produkte für Erwachsene“ darf den Advertising Guidelines zufolge nicht geworben werden.

 

Wenn diese Fragen alle zufriedenstellend geklärt sind, steht der erfolgreichen Anzeigenschaltung auf Facebook nichts mehr im Weg!

photo credit: Bogdan Suditu via photopin cc

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  1. […] – wäre das interessant? Dann müsst ihr zu dem Beitrag rüber wechseln und schauen, was diese Fragen (die auch erläutert werden) […]

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