Normalerweise hat man nur an der Supermarkt-Kasse mit Strich-Codes zu tun. Seit geraumer Zeit findet man allerdings auch ähnliche Abbildungen auf Plakaten, Zeitungen, Büchern und im Internet. Da viele noch nichts damit anzufangen wissen, möchte ich in diesem Artikel den sogenannten Quick-Response-Code (QR) einmal vorstellen und mit Beispielen versehen. Im Gegensatz zum handelsüblichen Bar-Code, der sich auf Zahlen beschränkt, kann dieser nämlich viel umfassendere Dateninhalte in verschiedensten Formen, wie Kontakte und Verweise auf Web-Adressen speichern. Damit ist der QR-Code der Knotenpunkt zwischen der Offline-Print- und Online-Digital-Welt.

Abscannen kann man ihn auch selbst, und das u.a. mit einer normalen Handykamera. Für Android gibt es bspw. die App „Barcode Scanner„, für das iPhone nutze ich „barcoo„, die beide jeweils kostenlos verfügbar sind. Auch für verschiedene Symbian-Handys sind bestimmte Programme verfügbar, teilweise sogar schon fest vorinstalliert.

Mögliche Einsatzbeispiele sind:

  • ein Plakat, welches allein schon durch die Größe des Codes Aufsehen erweckt
  • ein Produkt damit versehen, um Informationen über Funktionen und Inhaltsstoffe zu bekommen
  • die Öffnungszeiten an der Geschäftstür zusammen mit dem Standort speichern
  • das firmeneigene Briefpapier mit einer Twitter-Follow-Einladung versehen
  • die eigene Visitenkarte mit einem digitalen Profil erweitern
  • ein T-Shirt mit einer Werbekampagne (siehe Bild) oder eigenen Informationen versehen
  • und und und…

Weitere optische Einsatzmöglichkeiten können auf dem Blog von Tilman Ockert betrachtet werden:

http://www.blog.tocki.de/2010-04-30/gute-beispiele-qr-codes-anwendungen/

Natürlich muss bei einer Verlinkung eine gesonderte „Landingpage“ erstellt werden, die den Usern Mehrwert bringen und auch im Idealfall für Smartphones und einschlägige Plattformen optimiert ist.
Hier lässt sich sicherlich auch eine FACEBOOK-Fanseite verwenden, allerdings sollte man bedenken, dass gerade über diese Schnittstelle auch viele User kommen, die nicht in sozialen Netzwerken angemeldet sind bzw. über ein optimiertes App den „Log-In“ vornehmen. Somit muss man genau Zielgruppe und verwendete Technik abwiegen.

Dieser Punkt ist auch bei der Auswahl der Kampagne zu beachten, wenn man sich für den QR-Code entscheidet. Ein junges und/oder technik-affines Publikum ist zur Zeit noch die Zielgruppe, die im Fokus liegen sollte.
Ein Negativ-Beispiel ist eine aktuelle Plakat-Werbung des MDR in Leipzig. Sie wirbt großflächig mit einem QR-Code für den Rundfunkchor, am 06. Mai, in der Peterskirche. Ich finde, dass die Haupt-Zielgruppe weder damit auf den ersten Blick etwas anfangen kann, noch momentan das passende „Hardware-Equipment“ besitzt.

Das nächste Manko dieses Plakates ist, dass der Code vehement nicht funktionieren will. Nach mehreren versuchen mit verschiedenen Apps, kam ich zu keinem positiven Ergebnis.
Schade, da scheint beim Produzieren etwas falsch gelaufen zu sein. Zum Glück findet man die eigentliche Info noch extra, klein auf dem Plakatrand, aber es wird dadurch eben viel unnötige Optik verschenkt. Jedenfalls erzeugt die Werbung eins – Aufmerksamkeit.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass man genau die Zielgruppe analysieren sollte, und abwägen, inweit es relevant und bekannt ist. Insgesamt ist der QR-Code jedoch eine sehr interessante und zukunftsweisende Technik, als Brücke zwischen Online- und Offline-Welt. Der Trend, 2011, geht weiter stark nach oben, wie der SCANLIFE Mobile Barcode Trend Report zeigt.

Damit es endlich einmal selbst ausprobiert werden kann, empfehle ich zum Selbst-Generieren entweder die Seite…

http://qrcode.kaywa.com

…oder ihr zückt jetzt euer Smartphone und scannt den folgenden Code ab. Damit könnt ihr jetzt schon exklusiv das Interview mit COFFEE CIRCLE lesen, welches offiziell erst am Sonntag erscheinen wird. Viel Spaß beim Ausprobieren!

3 Kommentare
  1. loepaeng sagte:

    der code des mdr rundfunkchors ist auch ein aztec-code wie ihn die bahn verwendet und kein qr-code. decoding der url hat mit neoreader sofort geklappt.

    • Tobias Bieheim sagte:

      Vielen Dank für den Hinweis.
      Auch wenn gerade der, der Beweis ist, das es nicht funktioniert, wenn der Konsument noch ein spezielles Programm braucht bzw. Menschen, die tagtäglich damit zu tun haben, Schwierigkeiten haben.

      Aber gut vielleicht braucht es noch ein bisschen Zeit – bis alles ein Quasi-Standart ist.

  2. loepaeng sagte:

    da geb ich dir recht, hier war die wahl des codes schlicht und ergreifend falsch, es sei denn man wollte vor allem als zielgruppe zugschaffner ansprechen. ;)

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